Die Steinmeyer Orgel

Die Geschichte der Steinmeyer-Orgel in der Lutherkirche:

Die ursprüngliche Orgel der Lutherkirche von 1936 war durch den auf einen schweren Luftangriff folgenden Brand der Kirche am 1. März 1945 vollständig vernichtet worden. Die Steinsfurter Filiale der Weltfirma Walcker (Ludwigsburg) hatte sie hergestellt, sie besaß 49 Register mit 3097 Pfeifen.
1950, nach der Reparatur der Kriegsschäden am Gebäude, konnte unter großen Mühen ein erster Bauabschnitt für die neue Orgel realisiert und zusammen mit der Kirche geweiht werden. Das Instrument der traditionsreichen und ebenfalls sehr bedeutenden Firma Steinmeyer aus Oettingen erhielt 19 Register, 50 sollten es nach der 1949 vorgenommenen Planung werden. 1951 wurde beschlossen, die bis dahin fehlenden Prospektpfeifen zu bestellen, um die Vorderansicht abzuschließen. Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten dauerte es dann elf Jahre, bis die Orgel schließlich komplettiert werden konnte. Im März 1951 kam der Beschluss zustande, nun auch den Orgelprospekt mit 60 Pfeifen, der die Orgel in der Vorderansicht abschließt, zu bestellen. Die noch fehlenden 28 Register mit etwa 3000 Pfeifen sollten später einmal folgen. Nachdem im November 1960 die Mittelaufbringung den Wert von 16000 DM erreicht hatte und die restliche Summe aus laufenden Mitteln bis Ende 1961 zur Verfügung stehen sollte, entschloss sich der Kirchengemeinderat am 23. November 1960 zum endgültigen Ausbau des Orgelwerkes. Die Lieferfrist sollte ein Jahr betragen. 
Die von Dr. Leib 1949 festgelegte Disposition wurde, da sich zwischenzeitlich der Musikgeschmack bereits etwas gewandelt hatte, 1961 auf Vorschlag von Steinmeyer hin modifiziert. Aus heutiger Sicht vorteilhaft war vor allem der Verzicht eines kurzbechrigen Zungenchors im Schwellwerk zugunsten vollbechriger Trompetenstimmen.
Die Orgel versah danach 45 Jahre lang ihren Dienst, ohne dass größere Reparaturen oder eine Reinigung durchgeführt wurden. Dank eines engagierten und umtriebigen Orgelfördervereins gelang es 2007, die mit der Restaurierung vergleichbarer Orgeln gut vertraute Orgelbaufirma Lenter aus Sachsenheim mit der Generalüberholung des Instrumentes zu betrauen. Nach ihrer Wiederherstellung stellt die Bruchsaler Steinmeyer-Orgel wieder eine der klangschönsten und vielseitigsten Instrumente der Region dar und wird in Konzerten und Gottesdiensten gerne gespielt und gehört.

Die Disposition

I. Manual (Hauptwerk)
II: Manual (Positiv)
III. Manual (Schwellwerk)
Pedal
Quintatön 16´ Rohrflöte 8´ Geig. Prinzipal 8´ Prinzipal 16´
Prinzipal 8´ Quintade 8´ Gemshorn celeste 8´ Subbass 16´
Gedackt 8´ Salizional 8´ Kupfergedackt 8´ Zartbass 16´
Spitzflöte 8´ Weitprinzipal 8´ Kleinprinzipal 4´ Quintbass 10 2/3
Oktave 4´ Kleingedackt 8´ Nachthorn 4´ Oktavbass 8´
Gemshorn 4´ Schwegelpfeife 8´ Quinte 2 2/3 Flötbass 8´
Nasard 2 2/3 Terz 1 3/5 Blockflöte 2´ Choralbass 4´
Oktave 2´ Spitzquinte 1 1/3 Septime 1 1/7 Bauernpfeife 2´
Mixtur 5-fach 1 1/3 Zimbel 1´ Sifflet 1´ Pedalmixtur 4-fach 1 1/3
Scharff 4-fach Rohrschalmei 8´ Terz 1 3/5 Stillposaune 16´
Trompete 8´ Tremulant Plein Jeu 5-fach Trompete 8´
Helle Trompete 4´   Fagott 16´ Singend Cornett 2´
Sub III/I   Trompete 8´  
Super III/I   Clarine 4´  
    Tremulant  
    Sub
 

Weitere Spielhilfen

4 freie Kombinationen, 2 freie Pedalkombinationen,
Manualkoppeln III-II,III-I, II-I Pedalkoppeln III,II,I,
Pedaltutti, General-Tutti, Schweller, Walze, Einzelzungenabsteller, Auslöser, Handregister ab, Zungen ab.